Category Archives: HIROSHIMA-NAGASAKI

Hiroshima-Erklärung

World Nuclear Victims Forum (Forum der Atomopfer der Welt)

Erklärung über die Rechte der Weltatomopfer 2025

Original: https://mp-nuclear-free.com/Nuclear/2025_WNVF_01.html

Am 5. und 6. Oktober 2025 fand das Forum der Atomopfer der Welt (World Nuclear Victims Forum) in Hiroshima statt. Dieses haben zwei Organisationen initiiert:

核兵器廃絶をめざすヒロシマの会  Hiroshima Alliance for Nuclear Weapons Abolition (HANWA)
核のない世界のためのマンハッタン・プロジェクト  Manhattan Project for a Nuclear-Free World

und die folgenden Organisationen haben mit aufgerufen:

日本原水爆被害者団体協議会 (Nihon Hidankyo)
原水爆禁止日本国民会議 (GENSUIKIN)
原水爆禁止日本協議会 (Gensuikyo)

Der Aufruf lautet:


Im Jahr 2025 begehen Hiroshima und Nagasaki den 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe durch die Vereinigten Staaten. Das Atomzeitalter begann, als die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abwarfen und die Menschheit die Macht erlangte, die Menschheit von der Erde zu tilgen. Die Atombombenabwürfe töteten augenblicklich unzählige unschuldige Menschen und brachten Hiroshima und Nagasaki unvorstellbares menschliches Leid. Diejenigen, die die Schrecken dieser Hölle überlebt haben, leiden noch immer unter den Folgen der Strahlung. Die Wiedergutmachung für die Opfer des wahllosen Völkermords infolge staatlich provozierter Kriege steht noch aus.

Seit mehr als 80 Jahren bagatellisieren oder verschleiern die Atomindustrie und Länder, die die Nutzung des Kernbrennstoffkreislaufs gefördert haben, die gesundheitlichen Auswirkungen von Strahlung und haben weltweit Opfer der Atomkraft geschaffen, unabhängig davon, ob diese für militärische Zwecke oder „friedliche” Zwecke genutzt wird. Ein Großteil der nuklearen Auswirkungen wurde indigenen und kolonialisierten Völkern zugefügt. Selbst nach den verheerenden Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima versuchen diese Länder und die Atomindustrie, ihre negativen Auswirkungen weiter auszubauen, indem sie die Kernenergie als Lösung für das Klimaproblem anpreisen.

Wir möchten in Hiroshima einen Ort der internationalen Solidarität für Atomopfer und ihre Verbündeten schaffen, mit dem Ziel, den Atomkreislauf zu beenden und eine Welt zu schaffen, in der es keine Hibakusha (Atomopfer) mehr gibt.

Lasst uns unsere Botschaften aus Hiroshima in die Welt tragen!
Atomkraft und Menschlichkeit können nicht koexistieren!
Etablierung von Menschenrechten und Unterstützung für Atomopfer!
Lasst uns in Hiroshima mit Atomopfern aus aller Welt zusammenkommen und Solidaritätsbande knüpfen!

Verfasser Drafting members (in alphabetischer Reihenfolge)

  • Naoto Anzai, Executive Director of the World Hibakusha Exhibition
  • Yasuyuki Fujimoto, Executive Director of the World Nuclear Victims Forum, Executive Director of the Hiroshima Alliance for Nuclear Weapons Abolition
  • Katsumi Furitsu, Co-chair of Chernobyl Hibakusha Support Kansai, Physician
  • Mari Inoue, Co-chair of the World Nuclear Victims Forum, Co-founder of the Manhattan Project for a Nuclear-Free World, Attorney (Licensed in New York State)
  • Yuichi Kaido, Attorney (Japan), Co-chair of Japanese Lawyers’ Groups Network For Abolishing Nuclear Power
  • Yukiyo Kawano, Assistant Director of the World Nuclear Victims Forum, Steering Committee Member of the Hiroshima Alliance for Nuclear Weapons Abolition
  • Akiko Morimatsu, Thanks & Dream: Association of the Fukushima Nuclear Disaster Evacuees, Chief Plaintiff of the Kansai Lawsuit for Nuclear Power Plant Compensation • Haruko Moritaki, Co-chair of the World Nuclear Victims Forum, Co-chair of the Hiroshima Alliance for Nuclear Weapons Abolition
  • Hiroshi Shimizu, Hiroshima Chapter of Citizens’ Association for the Relief of A-bomb Victims in South Korea
  • Kazuo Yabui, Hiroshima-city-based journalist, Peace Studies Association of Japan

Um diese Erklärung auch im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen, habe ich diese ins Deutsch übersetzt:

Erklärung über die Rechte der Atomopfer der Welt 2025

  1. Ziel der Erklärung
  2. Die Erklärung der Rechte der Atomopfer der Welt 2025 ist eine Menschenrechtserklärung, die darauf abzielt, die Rechte und Entschädigungen von Opfern von Atomkatastrophen festzuschreiben.
  3. Die Erklärung fordert die Rechenschaftspflicht für Akteure im Nuklearbereich, legt Rechte und Entschädigungen für Atomopfer fest und enthält Leitlinien für die Bewegung zur Beseitigung von Nuklearschäden.
  4. Um Rechte und Entschädigungen für Atomopfer zu etablieren, enthält die Erklärung konkrete Vorschläge zu verschiedenen Aspekten und wird sich dafür einsetzen, dass diese bei der internationalen Gemeinschaft, Regierungen und Parlamenten aufgegriffen werden.
  5. Die Erklärung wird in Zusammenarbeit mit Atomopfern und ihren Verbündeten ausgearbeitet und bestätigt, um die Stimmen der Atomopfer in verschiedenen von Atomwaffen, Atomkraftwerken, Uranaktivitäten, radioaktiven Abfällen und der gesamten Kernbrennstoffkette sowie der damit verbundenen Unterdrückung betroffenen Gemeinden widerzuspiegeln.

2. Definition von Atomopfern

Atomopfer sind:

Alle Opfer von Strahlenbelastung und radioaktiver Kontamination, einschließlich der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki; Opfer von Atomtests; Opfer von Menschenversuchen mit nuklearen Materialien; ohne zu unterscheiden zwischen Opfern militärischer und ziviler Nutzung der Kernenergie, denjenigen, die von Uranabbau, -aufbereitung und -anreicherung betroffen sind, und denjenigen, die unter radioaktiver Kontamination durch nukleare Arbeiten und Umweltverschmutzung durch Aktivitäten im Zusammenhang mit Kernwaffen sowie durch den gesamten Prozess der Kernenergie und Kernbrennstoffe wie Kernentwicklung, -nutzung und -abfälle leiden; Opfer von Katastrophen in Kernkraftwerken; und Opfer von Waffen mit abgereichertem Uran, die aus radioaktiven Abfällen hergestellt werden.

3. Grundrechte

Solange wir das Atomzeitalter nicht beenden, kann jeder Mensch überall jederzeit zum Atomopfer (Hibakusha) werden, und wir bekräftigen, dass „Kernenergie und Menschheit nicht koexistieren können“.

Jeder Mensch hat das Recht, die folgenden Rechte einzufordern, um anhaltende und zukünftige nukleare Schäden zu verhindern:

  1. Nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt zu sein, außer derjenigen, die in der Natur vorkommt oder zu medizinischen Zwecken nach informierter Zustimmung eingesetzt wird.
  2. Verbot von Zwangsarbeit, bei der eine potenzielle Exposition gegenüber ionisierender Strahlung besteht, und wenn Arbeit, bei der eine solche potenzielle Exposition nicht vermieden werden kann, muss diese Exposition auf ein Minimum reduziert werden.
  3. Minimierung der medizinischen Exposition gegenüber ionisierender Strahlung.
  4. Es sollten genaue Informationen über die Gefahren der ionisierenden Strahlung durch Schul- und Gemeinbildung bereitgestellt werden, anstatt absichtlich gefälschte Informationen zu verbreiten. Diese Informationen umfassen Folgendes: Die Tatsache, dass keine Strahlenexposition ohne Gesundheitsrisiko ist und dass Kinder und Föten im Vergleich zu Erwachsenen besonders empfindlich auf Strahlenexposition reagieren. Darüber hinaus sollten im Hinblick auf die reproduktive Gesundheit die Auswirkungen der Strahlenexposition auf Mütter, die derzeit oder in Zukunft eine wichtige Rolle bei Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenversorgung spielen, besonders berücksichtigt werden. Daher sind die derzeit von der Atomindustrie angewandten Standards für die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenexposition auf den menschlichen Körper, die ausschließlich auf dem „Modell des erwachsenen Mannes“ basieren, insofern eindeutig ungenau, als sie die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder und Frauen nicht berücksichtigen.
  5. Nicht nur im Falle eines Unfalls, sondern auch unter normalen Umständen muss die Umweltverträglichkeitsprüfung von Kernanlagen zusammen mit Informationen über Strahlenschutzmaßnahmen und Behandlungsmethoden transparent offengelegt werden.
  6. An den Entscheidungsprozessen zu relevanten politischen Maßnahmen teilzunehmen:

Die Beteiligung von Interessengruppen und Rechteinhabern an den Entscheidungsprozessen sollte im Falle der Umsetzung einschlägiger nationaler Pläne und Strategien zugänglich, inklusiv, diskriminierungsfrei und transparent sein.

Eine informierte Zustimmung (informierte Vereinbarung mit Interessengruppen und Rechteinhabern) muss den Interessengruppen das notwendige Wissen und die erforderlichen Instrumente an die Hand geben, um die Art und das Ausmaß der mit den einschlägigen nationalen und lokalen Maßnahmen verbundenen Risiken sowie die Möglichkeiten zur Benachrichtigung und öffentlichen Stellungnahme zu verstehen.

Vereinbarungen über politische Entscheidungen erfordern Überwachung und Fürsprache, um die Politik und die Praxis der nuklearen Gerechtigkeit sicherzustellen, und dass eine solche Zustimmung nicht erzwungen werden darf.

Nukleare Gerechtigkeit umfasst die Offenlegung von Informationen über nukleare Schäden, die Anerkennung als Atomopfer, die Entschuldigung durch die nuklearen Akteure, die Verfolgung der Verantwortlichkeit der Täter, die Unterstützung der Opfer und die Entschädigung der Atomopfer, die Wiederherstellung der Umwelt in kontaminierten Gebieten, die Verhinderung von Wiederholungen und die Abschaffung von Atomwaffen.

7. Die Legitimität der Lebenserfahrungen und Aussagen von Personen und Gemeinschaften, die von den Auswirkungen der Atomkraft betroffen sind, anerkennen und ihre Erkenntnisse zusätzlich zu den Richtlinien zur Strahlenbelastung und Opferhilfe in die öffentliche Literatur einfließen lassen.

    8. Relevante Strategien auf der Grundlage des Vorsorgeprinzips und einer humanitären Perspektive zu formulieren.

9. Die Nutzung von Kernenergie abzulehnen, ohne zwischen militärischer und ziviler Nutzung zu unterscheiden. Die Erzeugung weiterer hochradioaktiver Abfälle abzulehnen. Den Bau, den Betrieb oder die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken abzulehnen.

  10. Verhinderung weiterer nuklearen Schäden für künftige Generationen.

4. Die Gesundheit und den Lebensunterhalt der Opfer von Atomunfällen gewährleisten

a. Das Recht auf medizinische Versorgung

Unabhängig davon, ob die Opfer derzeit gesundheitliche Probleme haben oder nicht, haben sie, wenn eine Strahlenexposition vorliegt (unabhängig von der Strahlendosis) und die Möglichkeit gesundheitlicher Risiken durch die Strahlenexposition besteht, das Recht, ihre Gesundheit zu schützen und als Opfer einer nuklearen Katastrophe medizinische Versorgung zu erhalten.

Dies ist ein Standard, der auf Seite 151 des Urteils des Obersten Gerichtshofs von Hiroshima vom 14. Juli 2021 zur „Schwarzer-Regen“-Klage als Auslegung von Artikel 1, Absatz 3 des Hibakusha-Hilfegesetzes (das die Opfer des sogenannten schwarzen Regens als Überlebende der Atombombe anerkannte), in dem entschieden wurde, dass „es ausreichend ist, nachzuweisen, dass die Exposition unter einer bestimmten Form der Exposition erfolgte und dass die Art der Exposition nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Strahlung der Atombombe Gesundheitsrisiken verursacht hat”.

Es soll sichergestellt werden, dass die Opfer umfassend informiert sind und ihre Einwilligung freiwillig geben können, bevor sie medizinisch versorgt werden.

Wenn die Forschungsstudie während der Behandlung durchgeführt wird, müssen der Ethikkodex und die Forschungsstandards eingehalten werden, um die Personen zu schützen, die an einer solchen Studie teilnehmen.

b. Recht auf Opferhilfe

c. Recht auf Leben und Gesundheit

d. Das Recht auf Teilnahme an den relevanten politischen Entscheidungsprozessen sicherstellen.

e. Das Recht auf Zugang zu wirksamen Gerichtsverfahren oder anderer angemessener Unterstützung auf nationaler und internationaler Ebene im Falle von Verletzungen der Rechte von Opfern nuklearer Unfälle.

5. Rechte indigener Völker

a. Um den Kampf gegen Diskriminierung, Unterdrückung und Kolonialismus gegenüber indigenen Völkern zu unterstützen und ausgehend von der Perspektive, dass das Recht auf Leben und das Recht auf Selbstbestimmung unveräußerlich sind, legt die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker Mindeststandards für die Formulierung der Rechte indigener Völker fest, die radioaktiv belastet sind.

6. Rechte von Beschäftigten in der Atomindustrie

a. Recht auf Arbeitsunfallversicherung, Strahlenschutz und Gesundheitsmanagement sowie Informationen über die mit der Strahlenexposition verbundenen Risiken.

Dazu gehören das Recht auf Entschädigung für bereits entstandene Schäden, die Verwaltung der täglichen Strahlenexposition und Strahlenschutzmaßnahmen sowie das Gesundheitsmanagement zur Minimierung der Expositionsdosis, Aufklärung und Schulung zum Strahlenschutz und zum Risiko der Strahlenexposition.

b. Recht auf Messung und Überwachung der Strahlendosis während der Beschäftigung und auf regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen.

Die Umstände sollen insbesondere beachtet werden, unter denen Arbeitnehmer in der Kernenergie regelmäßig beschäftigt sind, während ihre Strahlendosen gemessen und kontrolliert werden. Arbeitnehmer in der Kernenergie sollten relevante Informationen über die täglichen Strahlendosen sowie Kenntnisse über die Folgen und gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenexposition erhalten. Um die Auswirkungen auf die Gesundheit zu untersuchen, sollen die Arbeitnehmer Zugang zu routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen haben.

c. Recht auf Strahlenschutz und langfristige Gesundheitsvorsorge. Die Notwendigkeit eines Gesundheitsmanagements soll beachtet werden bei der Stilllegung, der Entsorgung nuklearer Abfälle und anderen entsorgungsbezogenen Aktivitäten wie „Dekontamination” und Transport, sowie die Tatsache, dass die Auswirkungen der Strahlenexposition auf die Arbeitnehmer langfristig sein können. Arbeitnehmer in der Nuklearindustrie haben das Recht auf Gesundheitsmanagement, und der Zugang zu medizinischer Versorgung sollte auch nach Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses lebenslang bestehen bleiben. Sie haben das Recht, über eine von einer Behörde ausgestellte Bescheinigung zu verfügen, die diese Rechte bestätigt.

d. Recht auf Information über Risiken im Zusammenhang mit Tätigkeiten, die mit einer gefährlichen Strahlenexposition verbunden sind, und Recht auf Verweigerung bestimmter nuklearer Tätigkeiten.

Nukleararbeiter haben das Recht, im Voraus ausreichend über die Risiken einer Arbeit mit gefährlicher Strahlenbelastung informiert zu werden. Risiken wie Sterblichkeits- und Invaliditätsraten müssen im Voraus offengelegt werden, wenn Arbeitnehmer die „zulässigen“ Strahlendosen erhalten. Die Entscheidung, ob solche Aufgaben übernommen werden sollen, muss von den Arbeitnehmern von Fall zu Fall frei getroffen werden können.

e. Das Recht, riskante Arbeiten, bei denen man Strahlung ausgesetzt ist, abzulehnen, und das Recht, keiner Diskriminierung ausgesetzt zu sein.

Im Falle einer Weigerung, in einer strahlenexponierten Umgebung zu arbeiten, oder beim Erreichen der Strahlendosisgrenze ist auf Antrag der betroffenen Person eine Arbeit an einem alternativen Arbeitsplatz zu gewährleisten. Selbst wenn ein Arbeitnehmer die Arbeit verweigert, darf ihm daraus kein Nachteil im Rahmen seines Arbeitsvertrags entstehen. Unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus, ob sie Militärangehörige oder Zivilisten, Hauptauftragnehmer oder Subunternehmer sind, haben sie das Recht, nicht diskriminiert zu werden. Bei der Arbeit in Kernkraftwerken ist eine Struktur, die eine Strahlenbelastung mit sich bringt, wie beispielsweise eine mehrschichtige Unterauftragsstruktur, nicht zulässig und muss abgeschafft werden. Bis zur Abschaffung einer solchen Struktur muss der Hauptauftragnehmer sich aufrichtig darum bemühen, die Rechte der Arbeitnehmer am unteren Ende der Hierarchie zu entschädigen.

f. Das Recht auf Teilnahme an Entscheidungsprozessen zu relevanten politischen Maßnahmen sicherstellen.

g. Stellen Sie sicher, dass Arbeitnehmer keine Strafen wie Repressionen, Diskriminierung, Entlassung oder Vergeltungsmaßnahmen für die Geltendmachung ihrer Rechte zu befürchten haben.

h. Betreiber von Kernanlagen sind verpflichtet, relevante Daten im Falle von Unfällen, bei denen Radioaktivität freigesetzt wird, genau zu erfassen und zu speichern.

i.  Betreiber von Kernanlagen sind verpflichtet, die für die Aufzeichnung und Verwaltung von Strahlenexpositionsdaten verantwortliche Person eindeutig zu benennen und diese Daten auf Verlangen von Strahlenopfern, die Strahlung ausgesetzt waren, jederzeit offenzulegen.

j.  Ein Unternehmer, der einen Arbeitnehmer unter Verstoß gegen die vorstehende Bestimmung beschäftigt hat, kann sich nicht von der Haftung für zivilrechtliche Schäden oder verwaltungs- und strafrechtliche Sanktionen befreien.

7. Rechte der Anwohner (Strahlenbelastung der Bevölkerung. Dazu gehören Anwohner in der Nähe von Uran- und Nuklearanlagen, Menschen, die in Windrichtung von Atomtests leben, Menschen, die in Windrichtung von Atomkraftwerken oder Nuklearanlagen leben, sowie Menschen, die in der Nähe von Atomkraftwerken oder Nuklearanlagen in Fällen schwerer Katastrophen leben usw.)

Alle Menschen, die ionisierender Strahlung ausgesetzt sind, haben folgende Rechte:

a. Unabhängig von der Strahlendosis sollte eine Person, die ohne ihre Zustimmung einer zusätzlichen Strahlenbelastung ausgesetzt war, mit Ausnahme der unten beschriebenen medizinischen Strahlenbelastung, als Atomopfer (Hibakusha) anerkannt werden. In vielen Fällen ist es schwierig, die genaue Strahlendosis einer Person zu schätzen. Wenn jedoch Indizien dafür vorliegen, dass sich die Person in einem von der Atomkatastrophe betroffenen Gebiet aufgehalten hat, ein solches Gebiet betreten hat oder radioaktivem Fallout ausgesetzt war, sollte sie als Atomopfer anerkannt werden.

b. Atomopfer (Hibakusha) haben ein Recht auf Informationen über die Strahlendosis, der sie ausgesetzt waren.

c. Atomopfer (Hibakusha) haben ein Recht auf genaue Informationen und Kenntnisse über die Auswirkungen ihrer Strahlenexposition auf ihre körperliche, genetische und psychische Gesundheit.

d. Recht auf Offenlegung relevanter Informationen. Da Informationen zur Strahlensicherheit das Leben und die Gesundheit der Menschen und künftiger Generationen betreffen und sich auf die Ausübung des Rechts auf Leben auswirken, dürfen die Interessen des Staates, des Militärs und der Atomindustrie nicht Vorrang haben, und jeder sollte das Recht haben, die Offenlegung von Informationen zu verlangen.

e. Recht auf Information über Risiken. Die Risiken für Mortalität und Invalidität, die bei einer zulässigen Strahlenexposition der Bevölkerung bestehen, müssen im Voraus offengelegt werden.

f.  Recht auf Beratung durch unabhängige Wissenschaftler und Experten, die über Kenntnisse und Erfahrungen bei der Bewertung der Auswirkungen von Strahlenbelastung auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt verfügen.

g. Recht auf Maßnahmen zur Risikominderung und zum Strahlenschutz, um die zukünftige Strahlenexposition zu minimieren.

h. Recht auf regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen und die beste medizinische Versorgung ohne Kosten für alle Krankheiten, die durch Strahlenbelastung verursacht werden können. Die Krankheiten sind nicht auf bösartige Erkrankungen wie Krebs und Leukämie beschränkt, sondern umfassen auch nicht-krebsartige Erkrankungen.

i.  Atomopfer (Hibakusha) haben das Recht auf die bestmögliche Vorsorge, um Krankheiten zu überwinden, die durch ihre Strahlenexposition verursacht worden sein könnten.

j.  Die Täter tragen die Beweislast dafür, dass kein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und der Strahlenexposition besteht. Die Täter sollten eine Entschädigung zahlen, wenn sie nicht nachweisen können, dass die Erkrankungen der Opfer nicht mit der Strahlenexposition in Zusammenhang stehen.

k.  Auf der Grundlage des Vorsorgeprinzips ist anzuerkennen, dass jede Exposition gegenüber niedrigen Dosen das Risiko einer spät auftretenden Schädigung entsprechend der Dosis mit sich bringt, und es ist ein Rechtsgrundsatz zu schaffen, wonach ein Kausalzusammenhang zwischen der Strahlenexposition und den gesundheitlichen Auswirkungen auf die Opfer vermutet wird.

l. Bei spät auftretenden oder genetischen Störungen aufgrund von Strahlenbelastung hat der Zeitablauf keinen Einfluss auf das Recht, Entschädigung zu verlangen. Die Täter dürfen sich nicht auf die Verjährungsfrist berufen.

m. Im Falle von nuklearen Unfällen in kerntechnischen Anlagen (einschließlich Kernreaktorstandorten und uranbezogenen Anlagen), bei denen große Mengen an Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt werden, müssen die Staaten Folgendes anerkennen:

  • Recht auf vorbeugende und schützende Maßnahmen zum Schutz vor toxischer Kontamination, einschließlich ionisierender Strahlung, Recht auf Evakuierung für Evakuierte und Geflohene, Unterstützung zum Ausgleich von Verlusten aufgrund von Umweltverschmutzung, Unterstützung beim Wiederaufbau der Lebensgrundlagen und Recht auf Entschädigung für Schäden oder den Zusammenbruch ganzer Gemeinschaften, Lebensgrundlagen und Kultur.
  • Die Familie ist die natürliche und grundlegende Einheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf den Schutz durch die Gesellschaft und den Staat. Besondere Rücksichtnahme ist Kindern, ungeborenen Babys und Schwangeren geboten. Kein Akteur darf einen Angehörigen daran hindern, nach vollständiger Aufklärung das Risiko einer Strahlenexposition frei einzugehen, um Angehörige zu retten.
  • Recht auf Behandlung und Maßnahmen zur Erholung nach Strahlenbelastung für Bewohner kontaminierter Gebiete und diejenigen, die sich dafür entscheiden, in kontaminierte Gebiete zurückzukehren. Dazu gehört die Garantie der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Gesundheits- und medizinischer Versorgung, Wohnraum, Bildung und Informationen sowie Möglichkeiten zur Erholung.

n. Die Entschädigungsgesetze der betroffenen Bundesstaaten stärken, um den Bedürfnissen und Interessen der Mitglieder der betroffenen Gemeinschaften gerecht zu werden.

o. Das Recht auf Evakuierung und Umsiedlung aus strahlenverseuchten Gebieten und das Recht, sich aus Sicherheits- und Würdegründen für eine Rückkehr oder eine Ansiedlung an einem anderen Ort zu entscheiden.

p. Die Rechte gemäß der Charta der Vereinten Nationen und den wichtigsten internationalen Instrumenten sowie den damit verbundenen regionalen, nationalen oder lokalen Instrumenten sollten gewährleistet sein, wenn Personen oder Völker, einschließlich staatenloser oder geflüchteter Völker, durch nukleare Schäden vertrieben werden.

  • In Bezug auf Binnenvertriebene, die aus strahlenbelasteten Gebieten evakuiert wurden, sollte ein Recht auf gleiche Unterstützung und Entschädigung bestehen, unabhängig davon, ob sie vom Staat zur Evakuierung aufgefordert wurden oder freiwillig evakuiert sind. Es wird empfohlen, dies in nationalen Gesetzen, lokalen Verordnungen und Verwaltungsvorschriften umzusetzen.
  • Vertriebenen Personen sollte das Recht garantiert werden, an Entscheidungsprozessen zu Plänen teilzunehmen, die auf einschlägigen Richtlinien in Bezug auf Rückkehr, Umsiedlung in ein anderes Land und Wiedereingliederung in Familie und Gemeinschaft basieren.

8. Exposition gegenüber ionisierender Strahlung in der Medizin

  1. Alle Menschen haben das Recht, eine Minimierung der medizinischen Exposition gegenüber ionisierender Strahlung zu fordern. Patienten haben das Recht, nach einer umfassenden Aufklärung über die Gesundheitsrisiken der Strahlenexposition und die Vorteile für Patienten beim Schutz ihres Lebens und ihrer Gesundheit ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. (Einverständniserklärung)
  2. Es ist notwendig, medizinische Einrichtungen sowie medizinisches und gesundheitliches Fachpersonal kontinuierlich weiterzubilden (umzuschulen) und ihnen unabhängige und aktuelle Forschungsergebnisse und Informationen zu den Gesundheitsrisiken der Strahlenexposition, einschließlich der Risiken im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber niedrigen Strahlendosen, zur Verfügung zu stellen, um Schäden durch die Exposition von Patienten sowie von medizinischem und gesundheitlichem Fachpersonal zu verhindern.
  3. Die wirtschaftlichen Interessen der Gesundheitsbranche und privater medizinischer Einrichtungen dürfen nicht priorisiert werden.

Die Geschichte der radioaktiven Exposition und der US-Japanischen Beziehung

TAKAHASHI Hiroko *

Die Vereinigten Staaten entwickelten Atombomben und warfen sie auf Hiroshima und Nagasaki ab.  Sie betonten, wie zerstörerisch Atombomben sind.  Sie priesen die Entwicklung von Atomwaffen und deren Einsatz als „Erfolg”.

Unmittelbar nach den Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki erklärte die japanische Regierung ihrem Volk, dass die „neue Art von Bombe” nichts Beängstigendes an sich habe, wenn man sich genau an die Anweisungen halte.  Nach außen hin jedoch verurteilte sie über die Schweizer Regierung den Einsatz der Atombomben als Verstoß gegen das Völkerrecht mit der Begründung, dass dieser grausamer sei als der Einsatz von Giftgas.

Die japanische Regierung berief sich auf Bestimmungen der 1907 in Den Haag unterzeichneten Konvention (IV) betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs, um die Atombombenabwürfe zu kritisieren. Der Anhang zu den „Bestimmungen über die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges” des Abkommens besagt in Artikel 22, dass „das Recht der Kriegführenden, Mittel zum Schaden des Feindes einzusetzen, nicht unbegrenzt ist”. Artikel 23 besagt, dass es verboten ist, Waffen, Geschosse oder Materialien einzusetzen, die unnötiges Leiden verursachen. Unter Berufung auf diese Bestimmungen verurteilte die japanische Regierung die Vereinigten Staaten mit den Worten: „Diese Bomben, die die Vereinigten Staaten kürzlich eingesetzt haben, übertreffen Giftgas und alle anderen Waffen, die aufgrund ihrer wahllosen und grausamen Wirkung verboten sind“, und forderte sie nachdrücklich auf, den Einsatz solcher brutalen Waffen unverzüglich einzustellen.

Als die Besetzung Japans durch die Alliierten begann, berichteten die Medien über die Tatsache, dass die Menschen auch einen Monat nach den Bombenabwürfen noch litten und starben. Die Menschen mussten mit „unnötigem Leiden” kämpfen, das gegen das Völkerrecht verstieß.1

Der australische Journalist Wilfred Burchett schrieb am 5. September 1945 einen Artikel mit dem Titel „The Atomic Plague” (Die atomare Plage) im London Daily Express. Er schrieb Folgendes: „In Hiroshima, 30 Tage nachdem die erste Atombombe die Stadt zerstört und die Welt erschüttert hatte, sterben immer noch Menschen auf mysteriöse und schreckliche Weise – Menschen, die bei der Katastrophe unverletzt geblieben waren – an etwas Unbekanntem, das ich nur als atomare Pest beschreiben kann.”2

Brigadegeneral T.F. Farrell, stellvertretender Militärkommandant des Manhattan-Projekts, reagierte auf die Medienberichterstattung bei einer Pressekonferenz in Tokio am 12. September 1945. Die New York Times veröffentlichte am 13. September 1945 einen Artikel mit der Überschrift „Keine Radioaktivität in den Trümmern von Hiroshima”. Darin hieß es, Farrell habe „heute Abend nach einer Untersuchung des zerstörten Hiroshima berichtet, dass die Sprengkraft der Geheimwaffe größer war, als ihre Erfinder erwartet hatten, aber er habe kategorisch bestritten, dass sie eine gefährliche, anhaltende Radioaktivität in den Trümmern der Stadt verursacht oder zum Zeitpunkt der Explosion eine Art Giftgas erzeugt habe”.3

Farrell äußerte sich auf dieser Pressekonferenz unter dem Einfluss von Stafford Warren, dem Leiter der medizinischen Abteilung des Manhattan-Projekts, der die Auswirkungen der Strahlenbelastung untersucht und das Ausmaß der radioaktiven Kontamination des Gebiets der Atombombenabwürfe abgeschätzt hatte. In seinem Kommentar zu den geschätzten Auswirkungen des Bombenabwurfs sagte Warren, dass eine Explosion einer Atombombe in der Luft, wie die Bomben, die auf zwei japanische Städte abgeworfen wurden, zerstörerische Druckwellen verursachen würde und dass Druckwellen sowie Gamma- und Neutronenstrahlen tödliche Auswirkungen hätten.  Er sagte auch, dass gefährliche spaltbare Materialien in die Substratosphäre aufgestiegen seien und durch den Wind verteilt worden seien.  Seine Schlussfolgerung lautete, dass die Menschen in ihre Häuser zurückkehren könnten, da die Stadt nicht mit gefährlichen Substanzen kontaminiert sei.4

Warren hatte Farrell diesen Standpunkt bereits im September 1945 dargelegt.  Aber seine Aussage war falsch.  Nach zahlreichen Aussagen von Überlebenden der Atombombe in gemeinsamen Klagen wurden ihre Gesundheitsprobleme durch die Strahlenbelastung durch die Reststrahlung der Atombombe verursacht.

In den frühen 1950er Jahren befragte die US-amerikanische Atomic Bomb Casualty Commission (ABCC, auf Deutsch: Kommission zur Untersuchung der Atombombenopfer) Menschen, die nach den Atombombenabwürfen in die Städte gekommen waren.  Dieses Projekt wurde jedoch 1953 ohne ausreichende Forschungsergebnisse eingestellt.5  Die US-Regierung leugnete weiterhin die Auswirkungen der Restradioaktivität oder der inneren Strahlenbelastung oder spielte sie herunter. Aus relevanten US-Dokumenten geht nun jedoch klar hervor, dass die offizielle Sichtweise der US-Regierung keine Glaubwürdigkeit besitzt.

Die Frage ist hier, warum die US-Regierung die Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki sowie der Marshallinseln befragt hat, obwohl sie offiziell die Auswirkungen der Strahlenbelastung unterschätzt hatte.

Der Grund dafür war, dass die USA Daten sammeln wollten, die im Falle eines Dritten Weltkriegs nützlich sein könnten. Oberst A. W. Oughterson vom Sanitätskorps der US-Armee im Pazifikraum beschrieb die Bedeutung der „Studie über die durch den Einsatz von Atombomben verursachten Opferzahlen” in einem Brief, den er am 28. August 1945 an Guy Denit sandte. Er sagte, dass eine Untersuchung der Auswirkungen der beiden in Japan eingesetzten Atombomben für unser Land (die Vereinigten Staaten) sehr wichtig sei.  Er sagte auch, dass sich eine solche einmalige Gelegenheit bis zum nächsten Weltkrieg möglicherweise nicht wieder bieten würde.6  Im Juni 1950 gab die US-Atomenergiebehörde (AEC) bekannt, dass die ABCC die Untersuchung der japanischen Atombombenüberlebenden, nämlich der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, fortsetzen würde.

Es hieß: „Die japanischen Überlebenden sind die einzige Gruppe von Menschen auf der Welt, die einer Atombombenexplosion ausgesetzt waren. Aus diesem Grund haben die medizinischen Erkenntnisse der ABCC eine wichtige Bedeutung für Wissenschaftler und für die militärische und zivile Verteidigungsplanung in den Vereinigten Staaten.“7 Diese Aussage machte deutlich, wie wichtig die Strahlenwirkungsforschung für die militärische und zivile Verteidigung in den Vereinigten Staaten war. Tatsächlich hieß es in einer Broschüre, die im Rahmen des Zivilschutzprojekts verteilt wurde, dass die Überlebenschancen bei einem Atomangriff höher seien als man denke, da die Sprengkraft der Bomben begrenzt sei, und verwies darauf, dass etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Umkreis von einer Meile (1,6 km) um das Epizentrum in Hiroshima noch am Leben sei. Es wurde sogar argumentiert, dass die Strahlung von Atombomben nicht so schrecklich sei wie die Explosionen oder die Hitze, außer bei Explosionen unter Wasser oder am Boden, und dass die Gefahr einer ersten Strahlenexposition nur eine Minute lang bestehe.  Es ist erschreckend, dass diese Broschüre die Tatsache hervorhob, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung in einem bestimmten Gebiet überlebte, anstatt darauf hinzuweisen, dass fast die Hälfte der Bevölkerung starb. In ihrer Propagandakampagne ignorierten die USA völlig die Auswirkungen der Reststrahlung, die eine Minute nach der Detonation freigesetzt wurde.

Die US-Regierung vertuschte die radioaktive Kontamination, während sie nach der Aufdeckung der massiven radioaktiven Auswirkungen auf die Besatzung des Thunfischerbootes Daigo Fukuryu Maru durch den radioaktiven Niederschlag, der durch ein Wasserstoffbomben-Experiment am 1. März 1954 auf dem Bikini-Atoll ausgelöst wurde, eine gründliche Untersuchung der Menschen auf den Marshallinseln und des US-Militärpersonals durchführte.  Die US-Regierung startete im Mai 1954 ein weiteres Atomtestprogramm am Testgelände in Nevada zu Zivilschutzzwecken und lud Zivilisten und Medienvertreter ein. Anschließend startete sie eine neue Propagandakampagne, in der sie die Bürger aufforderte, Atombunker für den Fall eines radioaktiven Niederschlags zu kaufen.8

Im Jahr 1957 richtete US-Präsident Dwight Eisenhower seinen wissenschaftlichen Beirat ein, bekannt als Gaither-Panel, um den Bau von Atombunkern für den Fall eines radioaktiven Niederschlags zu prüfen. Am 7. November 1957 legte das Gremium dem Präsidenten einen geheimen Bericht mit dem Titel „Abschreckung und Überleben im Atomzeitalter” vor. Darin wurde die Bereitstellung von 22,5 Milliarden Dollar für den Bau neuer Atombunker empfohlen. Eisenhower erklärte, er werde die Schätzungen des Berichts nicht veröffentlichen, da er eine Panik in der Bevölkerung befürchtete. Vizepräsident Richard Nixon argumentierte, dass die Sicherheit der USA nicht von der Zivilverteidigung abhänge, sondern von einer aktiven Verteidigung durch nukleare Abschreckung, und sagte, dass es aus Sicht des Überlebens der Nation keinen Unterschied zwischen 30 Millionen Toten und 50 Millionen Toten gebe.  Sie wussten, dass es keine Möglichkeit gab, die Bürger zu schützen, wenn ein Atomkrieg ausbrach. Deshalb plädierten sie vehement für „nukleare Abschreckung”, die durch Drohungen einen Atomkrieg verhindern sollte.10 Dies ist die Vorstellung, dass Atomwaffen aufgrund ihrer bedeutenden Rolle als Abschreckungsmittel als Trumpfkarte in der internationalen Politik eingesetzt werden könnten. Ich glaube jedoch, dass solche Rhetorik, die verbreitet wurde, das eigentliche Problem ist und nicht die Verbreitung von Atomwaffen selbst.

Die Politik, sich auf den nuklearen Schutzschild zu verlassen, die Theorie der nuklearen Abschreckung und die Nutzung der Kernenergie dienen als Quellen für pro-nukleare Vorstellungen. Daher wurden viele Opfer von Atomwaffen aus der Öffentlichkeit ferngehalten. Dies wurde dadurch ermöglicht, dass die US-Regierung, die Atombomben entwickelt und eingesetzt hat, nicht nur mit diesen „Erfolgen“ prahlte, sondern es auch schaffte, ihre brutalen Auswirkungen und Schäden zu vertuschen, was eindeutig gegen das Völkerrecht verstößt.

Der Einfluss von Atomwaffen oder Strahlungseffekten wurde unterschätzt und von Politikern und Wissenschaftlern propagiert, die an der Entwicklung von Atomwaffen oder an Strahlenexperimenten am Menschen zur Entwicklung von Strahlungswaffen beteiligt waren. Um einen ersten bescheidenen Schritt in Richtung Abschaffung von Atomwaffen zu machen, ist es wichtig, der Öffentlichkeit bewusst zu machen, dass  Atomwaffen nicht nur eine zerstörerische Kraft oder ein politisches Druckmittel sind, um die Gegenseite zu bedrohen, sondern dass sie wahllos tragische Folgen haben, insbesondere für Kinder im Wachstum und ungeborene Kinder.

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*Gastwissenschaftlerin am Internationalen Friedensforschungsinstitut der Meiji-Gakuin-Universität und Teilzeitforscherin am Japanischen Rechtsinstitut der Universität Nagoya. Der Artikel ist eine überarbeitete Fassung des Vortrags, der im Rahmen der Vortragsreihe „Die Geschichte der radioaktiven Belastung und die Beziehungen zwischen den USA und Japan” anlässlich der „Symposiumsreihe zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und zum 50. Jahrestag des Wahlrechtsgesetzes” am 4. Juli 2015 an der Nanzan-Universität gehalten wurde. Ich möchte mich ganz herzlich für die fruchtbaren Kommentare von Professor Kawashima Masaki und Professor Fujimoto Hiroshi sowie den Teilnehmern des Symposiums bedanken. Mein Dank gilt auch Professor Kawashima, Professor Fujimoto und den Mitarbeitern des American Center der Nanzan-Universität für ihre Einladung und ihre herzliche Gastfreundschaft.

1. Diese Erklärung der japanischen Regierung wurde in Hiroshima ken, Hiroshima Shi veröffentlicht: Genbakushiryohen, (Hiroshimaken, 1972) 723–724.

 2. Daily Express, 5. September 1945.

 3. The New York Times, 13. September 1945.

4. Stafford Warrens Ansicht zur Atombombe kommt deutlich auf der Rückseite des Titelblatts von  Medical Radiography and Photography, New York: Eastman Kodak Company Rochester, Band 24 Nr. 2, 1948, zum Ausdruck.

5. Takahashi Hiroko, „Eine Minute nach der Detonation der Atombombe: Die ausgelöschten Auswirkungen der Reststrahlung“, Historia Scientiarum Band 19-2, 2009

6. Brief von Oberst A. W. Oughterson, Sanitätskorps, US-Armee, Pazifik, an Guy Denit vom 28. August 1945, erschienen in Averill A. Lievow, „Saigaitono Sougu: Hiroshima no Igaku Nikki, 1945”, Hiroshima Igaku, 20, Nr. 2・3, 1967, 92–93.

7. „Atomic Bomb Casualties Commission to Continue Studies of Japanese Atomic Bomb Survivors”, (Die Kommission für die japanischen Überlebenden der Atombombe). Aufzeichnungen des Amtes für öffentliche Information, Kopien von Reden von AEC-Beamten, 1947–1974, (Juni 1950), National Archives at College Park, Eintrag 24, Record Group 326

8. Ebd.

9. Guy Oaks, The Imaginary War: Civil Defense and American Cold War Culture  (Der imaginäre Krieg: Zivilschutz und amerikanische Kultur des Kalten Krieges) (New York: Oxford University Press, 1994), 166–167.

10. NSC 5807/1, „Maßnahmen zur Umsetzung des Konzepts der Schutzräume“, 2. April 1958

  • Dieser Text ist eine Übersetzung aus dem Englischen des wissenschaftlichen Papiers : TAKAHASHI, Hiroko. « The History of Radioactive Exposure and U.S.-Japanese Relation », Nanzan Review of American Studies, vol.38, pp.135-138, 2016

Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki (August 2025)

Der Kampf gegen Atomwaffen

Rede von Prof. Hiroko TAKAHASHI am 9.8.2025

©Hiroko Takahashi

In diesem Jahr jähren sich die Atombombenabwürfe der US-Regierung zum 80. Mal: am 6. August für Hiroshima und am 9. August für Nagasaki. Es ist heute wichtiger denn je, der Tatsache genau ins Gesicht zu sehen, dass diese Angriffe durch die Explosion, die Hitze und die Strahlung abscheuliche Schäden verursacht haben.

Was geschah als Folge der Atombombenabwürfe? Bis heute ist die Realität der Nuklearkatastrophe nicht ausreichend als gemeinsame menschliche Erfahrung geteilt. Insbesondere die tatsächlichen Langzeitwirkungen des nuklearen Niederschlags auf Menschen und die Umwelt bleiben verschwiegen.

Die Gründe dafür sind folgende: Erstens wurden die Informationen über die Auswirkungen der Atombombe von der US-Regierung während der Besatzung bis April 1952 kontrolliert. Zweitens werden wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen der Strahlung weiterhin als militärische Geheimnisse eingestuft. Und drittens hat die Regierung der USA nur über die Zerstörungskraft der Atombombe kommuniziert, aber auf Informationen verzichtet, die möglicherweise eine Verletzung des Völkerrechts darstellten. Unter diesen Umständen wurde die Hilfe und Unterstützung für Atombombenopfer sowohl auf internationaler Ebene als auch innerhalb Japans immer vernachlässigt.

Die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki erzeugten Druckwellen, Hitzestrahlen und Strahlung. Die in der ersten Minute nach der Explosion entstandene Strahlung wird als „Initialstrahlung“ bezeichnet, während die später entstandene Strahlung „Reststrahlung“ genannt wird. Wenn die radioaktiven Substanzen der Reststrahlung, die an Staub, Schmutz oder Regen gebunden über ein großes Gebiet herabfallen, heißt das Phänomen „radioaktiver Fallout“ (Niederschlag). Die bedeutenden und langanhaltenden Auswirkungen dieses radioaktiven Niederschlags wurden heruntergespielt, was dazu führte, dass die Pathologien der verstrahlten Überlebenden nicht anerkannt wurden.  Dies ist der Grund für den strukturellen und politischen Mangel an Maßnahmen zum Schutz und zur Prävention vor Strahlung. Und durch das Nicht-Beachten von verstrahlten Opfern entstehen immer mehr neue Opfer von Nuklearunfällen.

Während der Zeit des Kalten Krieges zwischen den USA und der ehemaligen UdSSR wurden die Opfer der Atombomben unter dem Vorwand der „nationalen Sicherheit“ von den Regierungen vernachlässigt, aber eine Reihe von Journalisten, Wissenschaftlern, Intellektuellen und Bürgern haben sich in den letzten 80 Jahren auf unterschiedliche Weise engagiert, um die tatsächlichen Auswirkungen der Strahlung aufzuklären und den Opfern Hilfe zukommen zu lassen. In Frankreich etwa wurde der Spielfilm „Hiroshima mon amour“ vom Regisseur Alain Resnais und der Drehbuchautorin Marguerite Duras aus dem Jahr 1959 bekannt, in dem Bilder der verheerenden Folgen der Atombombe gezeigt wurden.

Auch die Bewegungen von sogenannten „global Hibakusha“ (alle Strahlenopfer der Atomtests und der Atomunfälle, die der Arbeiter in den Uranminen, in den Kraftwerken und den Einrichtungen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle usw.) haben sich im Laufe dieser 80 Jahre vervielfacht und ausgeweitet, um nach mehr Rechte und Entschädigungen zu erkämpfen. Aber das bedeutete eben, dass ihnen keine Hilfe und kein Schutz gewährt worden wäre, wenn die Opfer nicht selbst geklagt hätten.

So sind in Japan noch immer zivile Sammelverfahren anhängig: der Prozess um die Anerkennung der durch die Atombombe verursachten radioaktiven Strahlenkrankheiten, der Prozess der Opfer des „schwarzen Regens“ von Hiroshima, der Prozess der Opfer der amerikanischen Atomtests im Bikini-Atoll, der Prozess der Opfer von Nagasaki, die außerhalb der offiziell anerkannten Gebiete verstrahlt wurden, und etwa 30 Prozesse der Opfer des Atomunfalls in Fukushima. Dabei ist der direkt oder indirekt Angeklagte in all diesen Verfahren die japanische Regierung.

Unmittelbar nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki protestierte die damalige japanische Regierung über die Schweizer Regierung gegen die USA und beschuldigte sie, gegen die Haager Konvention (1899) zu verstoßen, die den Einsatz von Waffen wie Giftgas oder solchen, die unnötiges Leid verursachen, verbietet. Dies war jedoch der einzige Protest der japanischen Regierung. Nach der Kapitulation, 80 Jahre lang und bis heute, haben die aufeinanderfolgenden japanischen Regierungen nie gegen die Atombombenabwürfe protestiert; stattdessen leugnen sie gemeinsam mit den USA die Gräueltaten der Atombomben.

Die offizielle Position des japanischen Außenministeriums lautet: „Es sei notwendig, die nukleare Abschreckung der Vereinigten Staaten zu erhalten, die im Besitz der Nuklearwaffen sind und die nach dem Vertrag über gegenseitige Zusammenarbeit und Sicherheit mit unserem Land unsere Verbündeten sind“. Japan tritt auch nicht dem Vertrag über das Verbot von Nuklearwaffen bei, mit der Begründung, dass “der AVV keine Sicherheitsüberlegungen berücksichtigt. Wenn wir einem Vertrag beitreten würden, der Atomwaffen illegal macht, würde die Legitimität der nuklearen Abschreckung der USA zunichte gemacht und wir würden das Leben und das Eigentum der Japaner gefährden. Dies würde zu Problemen für die nationale Sicherheit führen”.

Schlimmer noch, die japanische Regierung schließt sich der US-Regierung an in ihrer Verharmlosung und Verleugnung der Gräueltaten von Atomwaffen und der Auswirkungen von Reststrahlung, radioaktivem Niederschlag und innerer Verstrahlung. Man muss hinzufügen, dass trotz der seit langem bestehenden Feststellung, dass die Auswirkungen der Strahlenbelastung für heranwachsende Kinder viel schädlicher sind, die Auswirkungen von Radioaktivität auf Kinder, einschließlich derjenigen von Atomunfällen, verschwiegen wurden.

Um diese Positionen der japanischen Regierung in zahlreichen Gerichtsverfahren zu widerlegen, habe ich einen Vortrag gehalten, der auf meinen historischen Recherchen beruht: Er zeigt auf, inwiefern Studien über die Auswirkungen von Strahlung auf Menschen gegen das medizinische Ethos verstoßen, da sie nicht durchgeführt wurden, um Leben zu retten, sondern um Atomkriege vorzubereiten oder Atomwaffen zu entwickeln. Es handelt sich hier um meinen Widerstand gegen das Argument, das Atombomben legitimiert, gegen die Theorie der nuklearen Abschreckung und gegen die Doktrin des „gerechten Krieges“. Es ist auch und vor allem ein Widerstand, um die Zukunft vor nuklearen Katastrophen zu schützen.

Ich fordere deshalb alle auf, den Kampf gegen Atomwaffen zu verstärken: für das Recht zu kämpfen, nicht mit Atomwaffen anderen zu drohen, auch nicht von Atomwaffen bedroht zu werden; wir lehnen es ab, Angreifer oder Komplizen von nuklearen Katastrophen zu werden, ich rufe zum Widerstand auf, dass atomare Katastrophen jeglicher Art vertuscht, verheimlicht oder verschwiegen werden.

Frau Takahashi (rechts) bei der Rede im Festival “Résistantes”

TAKAHASHI, HIROKO: Professorin für Geschichte, Universität von Nara, Japan. Diese Rede wurde am 9 August 2025 im Rahmen des „Résistantes“-Festivals in Frankreich gehalten.

Dokumentarfilm „Silent Fallout“ (Leiser Fallout, mit deutschem Untertitel)von Hideaki ITO aus Japan anlässlich des 80. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki

Im August 2025 jähren sich die ersten Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 80. Mal.


Leider ist die Welt die Angst vor dem Atomkrieg nicht losgeworden, vielmehr ist die Bedrohung heute stärker denn je. Und ohne den Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg gibt es seit der Entdeckung der Kernspaltung und der ersten nuklearen Kettenreaktionen überall auf der Erde Strahlenopfer – sei es von Atomtests, von Atomkraftwerken oder vom Uranabbau. Man übersieht meistens die Tatsache, dass man selbst betroffen ist.

Gerade jetzt, wo die Gefahr eines Atomkriegs wieder hoch aktuell geworden ist wie noch nie, ist es von großer Wichtigkeit, uns nochmals bewusst zu machen, was radioaktive Strahlen anrichten können. Um das Thema – anlässlich des 80. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki – stärker ins Blickfeld zu rücken, schlagen wir Sayonara Nukes Berlin (nachfolgend „SNB“), vor, gemeinsam mit euch eine Filmvorführung zu veranstalten, bei der ein besonderer Dokumentarfilm gezeigt wird, der nun mit deutschen Untertiteln verfügbar ist.


Der Film vom japanischen Filmemacher ITO Hideaki „Silent Fallout“ (Leiser Fallout) taucht tief in die unerzählten Geschichten der Opfer von Atomtests in Amerika ein. 1951 begannen die USA mit Atomwaffentests auf dem Festland und setzten unzählige Bürger einer gefährlichen Strahlung aus. Mary Dickson, die in den 1950er und 1960er Jahren in einem Vorort von Utah aufwuchs, wurde Zeugin, wie ihre Mitschüler in der Grundschule an ungewöhnlichen Krankheiten und Todesfällen starben. Gleichzeitig führte Dr. Louise Reiss in St. Louis, Missouri, eine bahnbrechende Studie durch, bei der sie Milchzähne sammelte und das Vorhandensein von Strontium-90, einem radioaktiven Element, in den Körpern von Kindern nachwies, die der Strahlung in ganz Amerika ausgesetzt waren. Dies veranlasste schließlich Präsident Kennedy zu dem Beschluss, die atmosphärischen Atomtests einzustellen.

Mit Berichten von Betroffenen aus erster Hand und Interviews mit Wissenschaftlern will Filmemacher Ito mit seinem Film das Bewusstsein für das gravierende Problem der Strahlenvergiftung und der nuklearen Verseuchung in den USA und weltweit schärfen. „Silent Fallout“, der die wahre Dimension der weltweiten radioaktiven Verseuchung, insbesondere durch Tests im Pazifischen Ozean und in Russland, aufzeigt, ist ein Muss für jeden, der sich für die dunklen Kapitel der Geschichte und ihre anhaltenden Auswirkungen in der heutigen Zeit interessiert, und bietet eine Fülle wissenschaftlicher und historischer Informationen sowie Berichte der Opfer aus erster Hand. Der gut geschnittene Film hat die Qualität eines guten Erzählfilms und ist ein wirkungsvolles pädagogisches Instrument.


Der Filmemacher Ito verzichtet bewusst auf feste Vorführgebühren, damit möglichst viele Menschen diesen Film anschauen können, aber freut sich über jede Spende von Zuschauergästen und/oder Organisationen, die die Filmvorstellung organisieren. Der Film ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln, und ist 70 Minuten lang.


Nach der Vorstellung kann man entweder per Skype oder direkt ein Gespräch mit dem Regisseur (SNB stellt eine Dolmetscherin zur Verfügung) anbieten. Herr Ito plant, im September/Oktober eine Filmvorstellungstour durch Frankreich zu machen und könnte je nach Bedarf und Einladung auch nach Deutschland kommen.


Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Menschen in Deutschland die Gelegenheit bekämen, diesen beeindruckenden Film anzuschauen.


Filmvorführungen können auch in kleineren Rahmen veranstaltet werden, d.h. der Film darf überall, egal in kleineren Gruppen von Menschen, oder in Kinos, Theatern, Universitäten, Schulen, Vereinen oder Firmen gezeigt werden.


Bei Interesse schreibt eine Mail an:
Silent Fallout promotion team in Europa: (SilentFallout_projection_eu@protonmail.com )

Filmemacher Hideaki ITO:
Geboren 1960 in Japan. Seit 1990er Jahren ist er als Filmemacher tätig. 2004 fing er an, über die Fischerboote Japans zu berichten, die 1954 im Pazifik verstrahlt worden waren im Zuge der Atomtests durch die USA im Bikini Atoll, und seitdem setzt er sich mit dem Thema Strahlenopfer auseinander. Der Dokumentarfilm „Silent Fallout“ aus dem Jahr 2022 ist sein dritter Film über dieses Thema. Er wurde in den USA erstmal beim Hampton International Film Festival gezeigt und bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.